Der Buchclub tagt… (Februar 2010)

2010 Februar 3
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von emergencygirl

Nachdem ich nun eine “Der Buchclub stellt sich vor” Rubrik eingebaut habe, kann es ja mit dem nun monatlich folgenden Protokoll des Buchclub-Treffens losgehen!

Gestern Abend wurde unser neustes Werk, schon im letzten Protokoll vorgestellt, von uns eingehend diskutiert:

Alex: Und, wie fandet ihr das Buch so?

Saskia: Gut.

Alex: Prima. Nächstes Thema!

Der-dessen-Namen-keiner-mehr-kennt hätte sich spätestens jetzt in seiner Meinung von uns bestätigt gefühlt, also dehnten wir die Disskussion um Dr. Jekyll und Mr. Hyde noch etwas aus. So wirklich auf einen Nenner kamen wir dabei nicht und hundertprozentig geklärt wurde auch nicht, in welcher Weise sich das Böse und das Gute nun körperlich trennt, oder eben nicht.

Auch die eingeworfene Frage, weshalb denn nur Junggesellen in den Hauptrollen besetzt sind, konnte nicht klar beantwortet werden. Wir konnten uns nicht einmal auf den Grad der Priorität dieser Frage einigen. Nino konnte dazu nur schmunzeln. Nachdem Alex aber belesen aus den Reclam-Anhängen anfügte, dass seine Frau (die des Autors) wohl die Hand auf dem Buch hatte (ihr Mann musste das Buch neu verfassen, weil ihr die Rohfassung nicht gefiel) wurde uns einiges klar…

Allen einstimmig soweit ich das in Erinnerung habe, gefiel aber die Form des Buches, die nicht aus der Sicht der Titel tragenden Protagonisten geschrieben wurde, sondern aus der Sicht des Herrn Utterson, was dem Buch eine Spannung gibt, die trotzdem jeden Leser dem das Ende der Geschichte bekannt ist, bis zur Auflösung bzw. dem Ende des Buches bei der Stange hält. Die Sprache des Buches und genau diese Spannung machen es zu einem Krimi, der auch heute noch die Bestsellerlisten stürmen könnte.

Aber genug vom Buch. Gebt es zu, ihr wollt doch viel lieber die unzensierten Geschichten erfahren, die dank Alex & Nino im letzten Protokoll dann doch noch in den Kommentaren auftauchten und nun offiziell mit in die Bloggeschichte einfließen sollen…

Da ich allerdings auf die verschiedenen Berufsstände und damit verbunden geforderte Verschwiegenheit achten muss, darf ich euch leider von bankrott gehenden Sexshop-Besitzern, die ihre Frau als einzige Angestellte vertreiben, äh… betreiben…äh… undsoweiterihrwisstschon… nicht berichten und muss auch von den Nebentätigkeiten alias Telefonhotlines auf Eisbärenfellen schweigen. Was soll ich also berichten? Das wir wieder viel zu lachen hatten ist eine Tatsache und als solche durchaus öffentlich machbar. Man muss einfach dabei gewesen sein.

Auch wenn Alex nun wegen eines hoffentlich kurzen und kurzweiligen Aufenthaltes in unserem schönen Uniklinikums diesen Bericht erst verspätet lesen können wird, spreche ich bestimmt für uns alle, wenn ich ihr hier Gute Besserung und eine schnelle Genesung wünsche!!

Unser nächstes Werk war ein Vorschlag von Nino, nachdem sich die Gruppe vehement gegen Alex’ Vorschlag “James Joyce – Ulysses” gewehrt hat (sehr zu meinem Bedauern) und mein Vorschlag “Der Prozess” von Kafka wiederum sehr (!!!) vehement von Alex abgelehnt wurde (O-Ton: *miterhobenemZeigefinger* Wir lesen a-u-f   K-E-I-N-E-N   F-a-l-l Kafka!!):

Und auch wenn ich nicht genau weiß, wie ernst das genommen wurde, so wurde doch kurz eingeworfen, man (also wir) könnten ja nun auch mal eine Doppel-Leserunde einlegen und dieses Buch parallel lesen:

Im Gegensatz zum Klavierstimmer ist es auch ein ganz dünnes Buch, was den Vorschlag untermauern könnte ;-) Ich habe zumindest heute schon beide Bücher im Hugendubel erstanden (und 6 weitere… *seufz*) und wäre damit zu jeder Schandtat bereit! :-)

Also denn, bis zum nächsten Buchclub-Treffen! :-)

Orientierungslos

2010 Januar 31
von emergencygirl

Nach fast genau zwei Wochen beende ich nun hiermit meine Blog-Abstinenz und kehre zu euch zurück!

Ja, ich gebe zu, ich habe mich ein bisschen zu sehr von der Realität ablenken lassen und habe dabei das Internet und meinen Blog ganz schön vernachlässigt! Ich entschuldige mich hiermit ausdrücklich für diesen Faux-pas! ;-)

In Wirklichkeit war es eher so, dass ich einfach nichts zu sagen hatte (man mag es kaum glauben *g*). Zumindest hatte ich das Gefühl, ich könnte etwas schreiben um etwas geschrieben zu haben, aber ich hatte nichts, was ich wirklich mitteilen wollte. Ich glaube ich war lange Zeit damit beschäftigt, in mich hinein zu horchen und dort auf ein Echo zu warten. Ein Echo von dem “was ich will”. Wie es mit meinem Lebensweg nun genau weitergehen soll, weiß ich auch nach den beiden Wochen forciertem Lauschens nicht, aber ich habe beschlossen nun einfach abzuwarten, irgendwann werde ich es schon wissen!

Wie frau nun mal so ist auf der Suche nach sich selbst, habe ich in dieser Zeit bestimmte Stadien durchlaufen:

Punkt 1: Ich war beim Frisör! Leider hatte meine Frisörin wohl nicht die gleichen Ambitionen wie ich und nachdem sie mit ihrer Übereifrigkeit an mir durch war, stand ich mit sicherlich 20 IQ-Punkten weniger und einem deutlich erhellten Haupt vor dem Spiegel. Naja, nicht so der durchschlagende Erfolg im mich-neu-Erschaffen. Blieb also nur…

Punkt 2: Ikea! Wenn man sich selbst nicht ändern kann, dann wohl wenigstens sein Umfeld! Nun habe ich also ein neues Möbelstück und unendlich viele neue Accessoires ;-) Das macht doch auch schon glücklich(er)!

Punkt 3: Ich habe versucht meine Hobbys neu zu erfinden, denn nach dem Studienjahr, waren kaum noch welche vorhanden. Somit habe ich viele Ideen, die ich während des Freizeitmangels so gerne umgesetzt hätte nun nachgeholt. Ich habe eine Nähmaschine und auch schon ein Produkt meiner neuen Kreativität, ich habe ein kleines Fitnesstudio hier um die Ecke entdeckt, das ich demnächst mal ausspioniere werde und ich habe vor mir eine Gitarre zu kaufen und mich im Selbststudium musisch weiterzubilden :-)

Ich denke, dass sind zunächst genügend Veränderungen und stopft ein wenig die Leere, die noch in meinem Kopf herrscht! In diesem Sinne widme ich mich nun wieder meiner größten alten und wiederentdeckten Leidenschaft… (3x raten…) dem Lesestoff :-)

Wenn ich morgen vor oder nach dem Spätdienst noch dazu komme, werde ich auch eine (Sandra versprochene) Bücherempfehlung in Text und Form bringen! Bis dahin wünsche ich euch eine gute Nacht und einen tollen Wochenstart!

Liebe Grüße, Emergencygirl

4 Tage, 3 Bücher, 2 Besuche später…

2010 Januar 18
von emergencygirl

…tauche ich wieder auf dem Blog auf!

Nachdem ich meine Eltern und eine Freundin in Wiesbaden besucht habe, bin ich nun wieder zu Hause angekommen und damit auch im Reich des Internets. So ein paar Tage unterwegs zu sein hat mir in dieser Zeit der totalen Terminebbe sehr gut getan und auch wenn ihr mich jetzt auslachen werdet, mir fällt ein wenig die Decke auf den Kopf. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass ich die freie Zeit schon satt habe, ganz im Gegenteil. Aber der apprupte Absturz von 150% auf 0% Beschäftigung war vielleicht doch etwas heftig. Ich komme mir sehr unproduktiv und faul vor. Wochenlang träumt man von all den Dingen die man tun könnte, hätte man doch bloß mehr Zeit und dann, wenn es soweit ist, fällt einem nichts mehr davon ein. Also verbringe ich die meiste Zeit damit, wofür ich das letzte Jahr definitiv zu wenig Zeit hatte: mit Lesen! Und immer mehr hole ich all die Bücher nach, die ich mir in der abstinenten Zeit gekauft habe, aber nicht lesen konnte. Wenn ihr also nun in Zukunft einen guten Buchvorschlag sucht, könnt ihr euch vertrauensvoll an mich wenden :-)

Da es bei mir nun auch (leider) nicht viel Spannendes mehr zu berichten gibt, verschwinde ich wieder auf’s Hochbett und widme mich, wie sollte es anders sein, meinen Büchern :-)

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

emergencygirl

Amüsantes zum Abschluss des Tages

2010 Januar 13
von emergencygirl

Gerade habe ich auf einem neu entdeckten Blog mit dem schönen Namen “Sommer ist, wenn man trotzdem lacht” dieses herrliche Video gesehen, was den fleißigen Physiologie-Lernenden unter meinen Lesern bestimmt auch gefallen wird :-)

Der alte neue Job

2010 Januar 12
von emergencygirl

Heute war das langersehnte Gespräch mit meinem Chef! Nach für mich typischer Glücks-Gen-Methode lief alles wie geschmiert :-) Ich kann den Zeitpunkt selbst bestimmen, wann ich wieder zu 100% arbeiten möchte und der Stellenplan hatte noch genau 75% Kapazität um meine 25% auf die Vollzeit aufzustocken. Besser könnte es gerade nicht laufen!

Nun werde ich also noch drei Wochen gemütlich mein Leben genießen und dann ab dem 01. Februar wieder als Vollzeitkraft arbeiten! Ich freu mich jetzt schon darauf!! :-) Auch wenn meine Mutter es eben schon ganz treffend formuliert hat: “Na, dann bin ich ja mal gespannt wann du das erste Mal wieder über deinen Job schimpfst ;-)

Ich gebe mir zwei Wochen, sie mir eine :-D

Gefahrenzone

2010 Januar 11
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von emergencygirl

Die Gedanken sind ja bekanntlich frei und dank unserer Verfassung ist es die Meinung ja ebenso. So kann ich mich also mal aus dem Fenster lehnen und ein bisschen lästern, auch wenn ich damit Gefahr laufe irgendwessen Lieblingsmoderator nun durch den Kakao zu ziehen, ihr dürft dasselbe dann aus Rache mit meinen Lieblingsschauspielern anstellen ;-)

Als ich noch etwas jünger war, wurde das Samstag Abendprogramm von Thommi Gottschalk bestimmt und Wetten dass…? war das Highlight des Monats und DAS Gesprächsthema montags morgens in der Schule. Nun ist es aber schon seit ein paar Jahren so, dass ich Wetten dass…? nur noch in der Kurzfassung der interessantesten Wetten, wenn überhaupt anschaue, weil mir Thomas Gottschalk einfach viel zu hektisch geworden ist und er meiner Meinung nach, manchmal einfach zu sehr darum bemüht ist es bloß allen recht zu machen.

Damit ist er zwar in meiner Sympathie gesunken, aber wenigstens nicht abgestürzt. Das haben Harald Schmidt und sein Zögling Oliver Pocher stattdessen mit Bravour hinbekommen. Beide waren mir noch nie sympathisch und beide eifern blind ihren großen Vorbildern nach und wirken dadurch nur wie ein billiger Abklatsch. Während es Harald Schmidt wenigstens mit einem hierzulande eher unbekannten David Letterman-Abbild versucht, steigt Oliver Pocher einfach nur auf seine Schiene auf und kopiert somit Harald Schmidt in einer noch schlechetern Ausgabe. Ihr lest schon: beiden kann ich überhaupt nichts abgewinnen… wenn ich solche schlechten Witze mal über mich ergehen lasse, dann wenigstens von Letterman selbst, auch wenn ich auch bei ihm oft nicht mehr als 15 Minuten ertrage und die Sendung dann meist nur der Gäste wegen (meist Schauspieler *g*) anschaue.

Herrlich fand ich allerdings, als ich eben auf ein YouTube Video gestoßen bin, einer Aufzeichnung von Schmidt & Pocher (ich wusste nicht einmal das es diese Sendung gibt, hab ich ein Glück) bei der Thomas Gottschalk zu Gast war und den Olli gleich mal so richtig  zusammengestutzt hat und das auch noch so schön dezent und lässig! Thommi, vielleicht schau ich das nächste Wetten dass..? ja doch mal wieder ;-)

Freizeit-Freiheit

2010 Januar 10
von emergencygirl

Was ich nun alles tun kann…

  • Eine all about-Seite erstellen! Um Missverständnisse ;-) zu vermeiden… √
  • Kochrezepte oohhne Ende ausprobieren! Und die Leckereien dann als Fotos hier posten…
  • Nähen lernen! Und dann kreativ ausufern…
  • Sport machen! Um Muskeln aufzubauen und alte Hobbys wie Klettern wieder aufleben zu lassen…
  • Meine Gutscheine einlösen! Um mich in Hamam, Therme und Tapasbar verwöhnen zu lassen…
  • Klassiker lesen! Um meine Allgemeinbildung ein bisschen aufzupolieren…
  • Nachrichten anschauen! Und zwar täglich…
  • Briefe schreiben! Um Freundschaften zu pflegen und das schöne Briefpapier endlich zu benutzen…
  • Meine Eltern, meine Verwandtschaft, meine Freunde besuchen! Um dort endlich mal wieder entspannt anzukommen…
  • Cocktails trinken gehen! Um meine Alkoholtolleranz ein wenig aufzustocken… ;-)
  • Die Fotowand erneuern! Um endlich mal all die schönen Fotos vom PC auf Papier zu bringen…
  • Ketten basteln! Um statt immer nur Gekauftem auch mal Sebstgemachtes zu verschenken…

Na, neidisch?? ;-)

Die Zukunft meines Blogs…

2010 Januar 10
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von emergencygirl

…ist nun besiegelt!

Es gibt einfach noch zuviel über das ich berichten möchte, also finde ich, hat der Blog seine Daseins-Berechtigung auch verdient! Ihr könnt euch also in diesem Jahr auf folgende Artikel freuen:

Medizinisch-Pflegerisch Unabhängiges

  • 3 weitere “Das Perfekte Dinner” Berichte über die Abende bei Nadja, Meike und mir
  • geschätzte 12 Berichte über Buchclubtreffen
  • +/- 11 weitere Love Lists über sämtliche Themen die mir einfallen (interaktive Vorschläge sind immer willkommen)

Medizinisch-Pflegerisch Interessantes (genaue Struktur noch in Planung)

  • Zusammenfassungen und Wissenswertes über onkologisch-pädiatrische Krankheitsbilder
  • Berichte zur Pflege besonderer onkologischer Schwerpunkte und Pflegeprobleme
  • Protokollübersichten verschiedener onkologischer Erkrankungen aus der Pädiatrie
  • Wissenswertes über Wirkungsweise, Nebenwirkungen und “Besondere Merkmale” verschiedener Zytostatika

Ich hoffe damit nicht nur mich selbst wieder auf den neusten Stand bringen zu können, sondern auch dem einen oder anderen Interessantes und Wissenswertes aus der pädiatrischen Onkologie näher bringen zu können. Ausserdem umgehe ich so die Möglichkeit in eine Zwickmühle zu geraten, in dem ich nicht direkt über Fälle auf Station berichten werde, aber mich trotzdem zu meinem Fachgebiet bloggenderweise äußern kann. Hoffentlich bleibe ich so auch dem Wikio Blog-Ranking erhalten, ich halte das für eine tolle Sache!

Bei allen Berichten bin ich stets offen für Kritik, Anregungen und Korrekturen! Niemand ist unfehlbar und auch wenn ich mich bemühen werde gut zu recherchieren, können sich immer unbemerkt Fehler einschleichen!

Auch wenn die pflegerisch-medizinische Seite meines Blogs damit sehr spezifisch wird, hoffe ich dass es auch für diese Sparte genügend interessierte Leser gibt und vielleicht schaffe ich es ja auch ein kleines Loch in der Themenwelt der Gesundheitsblogs zu stopfen :-)

(Falls jemand bloggende Kinderkrankenschwestern oder die Blogs ansich kennt, würde ich mich über Links sehr freuen, bisher habe ich leider noch keine entdeckt!)

Selbsterkenntnis

2010 Januar 10
von emergencygirl

Der Nachteil an frisch gewonnerer und scheinbar endloser Freiheit ist, dass es plötzlich viel zu viele Möglichkeiten gibt!

Jede Entscheidung ist ein Massenmord an Möglichkeiten!

Mit diesem Problem versuche ich mich gerade zu befassen :-) Gestern auf dem Weg zur Bahn habe ich mich dabei ertappt, wie ich all die neuen Möglichkeiten durchgegangen bin und versucht habe sie zu sortieren und in Einklang zu bringen. Leider habe ich mich auch dabei ertappt, wie ich versucht habe es allen recht zu machen und mich dabei selbst einzuschränken. Die meisten Reaktionen von Freunden waren positiv auf meien neu entstandene Terminkalender-Ebbe und jedem Zweiten kam mindestens ein Idee “was wir nun endlich mal machen könnten…” Angefangen bei leicht zu verwirklichen Projekten, wie Disco- und Museumsbesuchen kamen auch größere Päckchen wie Canada- oder Australien-Reisen ins Gespräch. Und in alter Carina-Manier war ich von allem begeistert und willig die Ideen alle umzusetzen. Aber schon nach Kurzem kommt man so in die Bredouille, gar nicht alles gleichzeitig verwirklichen zu können. Zwangsläufig habe ich mich schon so verzettelt, dass ich auf jeden Fall irgendwem enttäuschen werde und mich somit auch. Noch dazu sind gerade die größeren Päckchen auch bei vielen an Bedingungen gebunden. Nicht jeder hat die Möglichkeit großzügig und somit schneller auf ein größeres Päckchen zu sparen oder kann seinen Urlaub nicht so flexibel planen, sodass ich mich entscheiden müsste, zu warten oder meine Pläne zu ändern. Abgesehen davon habe ich mich schon in Länder reisen gesehen, bei denen ich gar nicht genau wüsste, ob ich da überhaupt hin möchte weil ich einfach aus “Begeisterungsteilung” zugestimmt habe;-)

Nun suche ich nach dem perfekten Ausweg und muss mir leider eingestehen: es gibt ihn nicht!

Also, statt eines Ausweges, versuche ich es mit Ehrlichkeit und einer Spur Egoismus. Sobald ich meinen beruflichen Faden wiedergefunden habe, werde ich meinen Finanzplan neu erstellen, meinen 1-Jahres-Spar-Plan aktualisieren und dann schauen, was möglich wäre. Anschließend kann ich immer noch entscheiden, welche Möglichkeiten sich mit Ideen und Päckchen meiner Freunde überschneiden und welche eher nicht… Äh, ja. Und dann seh ich weiter :-)

Fazit: Manchmal muss man einfach trennen lernen, zwischen Dingen die man selbst erreichen möchte und Plänen die man schon angepasst hat um andere nicht vor den Kopf zu stoßen. Denn was habe ich denn von meinem ungebundenen Single-Dasein, wenn ich mich dann in meinem Waage-typischen “allen gerecht werden zu wollen”-Charakter selbst knebele?

Die versteckte Chronik meiner Woche…

2010 Januar 9
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von emergencygirl

Ich wollte nicht, das meine Familie und meine Freunde hier auf dem Blog von der neuesten Wendung meines Lebens überrascht werden und ich wollte mir selbst genügend Zeit geben um mich mit der neuen Situation anzufreunden, was mir zugegeben, doch sehr schnell gelungen ist. Darum vergebt mir, wenn ich zum ersten Mal hier nicht ganz ehrlich war, auch wenn ich nicht gelogen, sondern nur etwas zurückgehalten habe. Nun müsst ihr euch also mit dem nicht mehr ganz so brandaktuellen Rückblick auf meine erste Woche im neuen Jahr begnügen, aber ich hoffe ihr verfolgt sie dennoch mit Interesse!

01.01.2010

Am Abend nach Silvester trifft es mich wie ein Schlag… nachdem ich nun schon wieder 2 Tage versucht habe mich zum Lernen aufzuraffen und die Motivation einfach nicht finden konnte, sitze ich am Abend halb verzweifelt an Meikes Tisch und starre meine Bücher an. Plötzlich wird mir klar, dass nun Schluss ist. Schluss mit Zwängen, Entbehrungen, Druck und ständigen Stimmungstiefs. Ich will einfach nicht mehr. Und nicht, weil es mir nur gerade zu anstrengend ist, nicht weil ich Angst vor der nächsten Klausur habe oder davor es nicht zu schaffen… ich will das einfach nicht mehr. Und ich höre auf. Einfach so.

Eine Stunde später kommt Meike von der Arbeit nach Hause und ich empfange sie ganz schlicht mit den Worten, die tief aus meinem Inneren kommen und sich noch nie vorher so wahr und endgültig angefühlt haben: Ich beende mein Studium!

Den Blick von ihr werde ich wohl nie vergessen, denn wenn ich eine Stunde vorher in den Spiegel geschaut hätte, hätte meiner wohl nicht weniger erstaunt ausgesehen. Manchmal trifft man in einer einzigen Minute Entscheidungen, von denen man einfach weiß, sie sind richtig und unumstößlich und werden dein Leben ändern und trotzdem erschrecken sie einen selbst genauso wie jeden Anderen dem man sie beichtet. Nach diesem ausgesprochenem Geständnis fange ich an wie ein Wasserfall zu heulen und die Tränen wollen gar nicht mehr aufhören… gerade wenn es ein wenig abebbt, geht es von vorne los, aber es befreit mich und ich glaube, es ist die pure Erleichterung in die ich mich da auflöse. Meike ist wie mein Fels in der Brandung und könnte keine besseren Worte für mich finden. Sie bestätigt mich ohne mich zu beeinflussen, sie urteilt ohne mich zu verurteilen und sie bestärkt mich, wo ich Rückhalt brauche. Danke dafür!!

Letztendlich, nachdem wir alle Für und Widers durchgesprochen, abgewägt, von der einen auf die andere Seite gewälzt und alle Eventualitäten in Betracht gezogen haben, steht für mich fest, das war mein letzter Tag als Studentin. Mir ist einfach klar geworden, dass ich mit diesem Studium meine Grenzen austesten wollte. Ich wollte Wissen anhäufen. Lernen. Begreifen. Aber nie wirklich Ärztin werden oder das Studium beenden. Nichts davon hat einen besonderen Wert für mich und noch weniger einen Sinn. Ich hätte mich nach und nach bestimmt damit angefreundet, war sogar schon auf dem Weg dahin, aber als ich für mich begriffen habe, dass ich es tatsächlich schaffen konnte, ist sämtlicher Wille es auch zu schaffen unter der ganzen Entbehrung und dem Verzicht der damit verbunden gewesen wäre zusammengebrochen. Wenn ich mir mein letztes Jahr im Rückblick anschaue, kann ich mich nur an sehr wenige Momente erinnern, die mich wirklich glücklich gemacht haben und nicht einer davon hatte mit dem Studium zu tun. Stattdessen habe ich eine Flut von Erinnerungen von Druck, Enttäuschung und Versagensängsten. Wenn ich mir so noch ein weiteres Jahr und wahrscheinlich noch viele weitere vorgestelle, dann weiß ich welche Entscheidung die Richtige ist! Ich brauche einfach wieder ein Leben und nicht nur einen Alltag. Ich bin jeden Morgen aufgestanden mit dem Gedanken, den Tag einfach nur irgendwie zu überstehen. Was ist das für ein Leben? Ein vollkommen inakzeptables!

02.01.2010

Ich fahre früher als geplant nach Frankfurt zurück. Ich glaube hauptsächlich um mich zu sortieren, um das zu sortieren was da gerade mit mir passiert. Meine Eltern sind die ersten nach Janine und Meike die von meinem Entschluss erfahren und ich habe das Gefühl, das es sie weder entäuscht, noch besonders überrascht sind. Sie haben selbst oft genug mitbekommen wie unzufrieden ich die meiste Zeit des letzten Jahres war und ihr Wunsch war immer nur, das ich glücklich mit dem bin, was ich tue und einfach meinen Weg gehe. Nun, den gehe ich gerade. Ich weiß noch nicht wohin er führt, aber das Internet setzt mir da schon genug Flausen in den Kopf, welche Abzweigungen ich nehmen könnte…

04.01.2010

Die Umsetzung meiner Entscheidung wird mir nicht gerade einfach gemacht. Mein Chef in der Klinik hat noch Urlaub und so muss ich noch eine Woche warten, bis ich eine Richtung gewiesen bekomme, wie es beruflich nun für mich weitergehen könnte. Ich kann mir gut vorstellen wieder als Vollzeitstelle auf meiner Station zu arbeiten. Ich habe meinen Beruf immer geliebt, ihn zeitweise sehr vermisst und nie das Studium als Ausweg aus meiner beruflichen Schiene angesehen.

Statt des Gesprächs mit ihm führe ich eines mit einer guten Freundin. Nach und nach weihe ich in diesen Tagen meine Lieben in den Umschwung meines Lebens ein und auch wenn manche anfangs traurig für mich sind, merken sie bald wie gut es mir damit geht und kommen so schnell hinter die Vorteile die das nun deutlich größere Freizeit-Pensum bringen wird :-)

Das Bafoeg-Amt bringt die größte Überraschung des Tages: Nachdem ich einige Zeit im Internet recherchiert habe und dort die teils abstrusesten Informationen gefunden habe, wollte ich mich lieber auf die geschulten Aussagen meines Sachbearbeiters verlassen. Schon Sonntag Abend habe ich mir eine grobe Aufstellung meines enstandenen Darlehens erstellt und bin dabei fast vom Stuhl gefallen. Mir war gar nicht bewusst, wie schnell sich solch ein Vermögen anhäufen kann und wieder bin ich heilfroh, den Ausstieg doch “so früh” gefunden zu haben. Mir tun die Ärzte nun noch mehr leid, die nach einer scheinbar endlosen Studienzeit auch nochmal mit einer solch endlos scheinenden Durststrecke leben müssen um ihr Bafoeg-Darlehen abzuzahlen. Ich gerate zum Glück im Studentenwerk an eine nette und geduldige Sachbearbeiterin, die mich darüber aufklärt, dass ich erst 4 1/2 Jahre nach Ende meines fiktiven Studienendes beginnen müsste mein Darlehen zurückzuzahlen. Und das dann auch nur in kleinen monatlichen Raten. Nach der Überaschung darüber denke ich als erstes, dass es mich nun nicht wundert, dass so viele junge Menschen schon früh Schuldenberge anhäufen. Sie bekommen Rückzahlungen einfach so lange aufgeschoben, bis sie Zeit genug hatten, noch mehr Schulden zu machen. Korriegiert mich wenn ich mich irre…

Nun, ich habe auf jeden Fall nicht vor noch 9 Jahre zu warten, sondern werde einen Antrag stellen um das Darlehen frühzeitig und auf einmal zurückzuzahlen. Die Sachbearbeiterin wies mich aber auch daruf hin, dass ich frühestens in 3-4 Monaten diesen Antrag stellen könnte, vorher seien die ganzen Unterlagen noch gar nicht bearbeitet. Das klingt dann doch schon wieder eher nach der deutschen Bürokratie :-)

Um mich von all den Behördengängen zu erholen (viele habe ich der Spannung des Artikels zuliebe gekürzt) bin ich dann schnurstracks in die Stadt und in meine Beruhigungsquelle Hugendubel. Ich brauche schließlich Nachschub für die viele freie Zeit die nun auf mich zu kommt…

05.01.2010

Immer mehr verschwindet das Studium aus meinem Leben. Die Exmatrikulationsanträge habe ich gestern vor dem Buchclub-Treffen noch eingeworfen, wenn auch mit einem dicken Kloß im Hals. Die Bücherregale wurden geleert, aussortiert, entsorgt und an Kommilitonen verteilt. Ein wenig sieht es nun aus, als wäre nie etwas gewesen. Traurig macht mich das alles, es fühlt sich viel zu sehr an wie eine Trennung, fast denke ich, ich hab ein bisschen Liebeskummer. Auch wenn man manchmal eine Trennung beschließt und sich zu 100% sicher ist, dass es die richtige Entscheidung für einen selbst ist, darf man trotzdem traurig darüber sein. Das sage ich mir nun in jedem kloßigen Moment, wenn ich Bücher in Kisten verstaue, oder sämtliche studentische Termine in meinem Kalender lösche, indem ich zwar ein wenig Herzschmerz spüre, aber doch kein Stück Bedauern oder Reue über meinen Entschluss. Und das ist doch das beste Zeichen.

Vor Kurzem habe ich mich mit jemandem darüber ausgetauscht, wie man klare Schnitte macht. Ich weiß es nicht, ich weiß nur ich bin ein Mensch der klaren Schnitte. Ganz oder gar nicht. Und vielleicht hilft es mir, dass ich diese Entscheidung ohne Einfluss getroffen habe, ganz für mich, alleine und ohne den Zu- oder Widerspruch von lieben Freunden die zwar nur mein bestes Wollen, aber doch eben ihre eigene Ansicht über “meines Besten” haben. Vielleicht war auch einfach nur der richtige Moment gekommen. Tatsache bleibt aber, ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Und egal wieviel Herzschmerz sie mir jetzt hin und wieder bereitet, es bleibt dennoch die Richtige!

07.01.2010

Je größer der Abstand wird, selbst wenn es nur wenige Tage sind die mir viel länger vorkommen, desto ruhiger werde ich. Ausgeglichener, selbstsicherer. Die Momente des Zweifels die zuvor nur ganz selten mal an der Oberfläche erschienen sind, verschwinden nun vollständig und auch jetzt verspüre ich keinen Hauch von Reue. Nur Zufriedenheit mit mir selbst und meiner Entscheidung. Gut gemacht! Auch wenn Eigenlob stinkt, aber ich bin stolz auf mich. Stolzer als ich je nach einer bestanden Prüfung war. Denn die größte Prüfung des Lebens ist doch, sich selbst treu zu bleiben, oder nicht?

Mit jedem Menschen dem ich meinen Lebenswandel erkläre und den ich darüber informiere, nehme ich mein neues Leben mehr an. Und doch habe ich noch das Gefühl etwas in der Schwebe zu hängen. Das Alte ist restlos abgeschlossen, liegt fein säuberlich in einer Erinnerungskiste verpackt und ist völlig abgenabelt. Aber was ist mit dem Neuen? Wann geht es los, das neue alte Leben und vor allem, in welche Richtung? Ich bin froh, dass ich von all meinen Freunden nur positives Feedback bekomme, sonst würde ich vielleicht jetzt ein bisschen den Halt verlieren. So aber genieße ich jeden Tag, jede Stunde freie Zeit, mit der ich nun alles tun kann was ich will und das erste Mal seit Monaten ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. “Ich müsste doch… ich sollte eigentlich…” sind völlig aus meinem Leben verschwunden. Und das tut soo gut!!! :-)

08.01.2010

Alle Menschen, bei denen es mir wichtig war dass sie die Neuigkeit von mir persönlich erfahren, wissen nun Bescheid. Ich wollte nicht das Steffi erst in diesem Blog lesen muss, dass sie nun einen Lernpartner weniger hat. Oder das Franzi meinen Sinneswandel von unserer Vorgesetzten statt von mir erfährt. Somit bleiben nun noch zwei große Offenbarungen: auf dem Blog bei euch und auf Station bei meinen Kollegen. Da ich erst Dienstag den Gesprächstermin bei meinem Chef habe, fange ich nun also hier an… Da ich zunächst angezweifelt habe, ob der Blog nun damit seine Berechtigung verliert, als frischgebackene nicht-mehr-Studentin (heute kam auch das Bestätigungsschreiben meiner Exmatrikulation), habe ich nun festgestellt, dass ich ohne ihn gar nicht mehr im Internet leben will ;-) Ich hoffe also ihr verzeiht mir meine Verschwiegenheit und werdet mich auf der Suche nach meinem neuen Weg und auch ohne Studentenausweis weiterhin begleiten! :-)

Liebe Grüße, emergencygirl